Meine Welt im Maßstab 1:160 |
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Die eigene N-Geschichte - Modellbahnanlagen - Fahrzeug-Umbau / Übersicht
Angefangen hat alles bereits Ende der 1960er Jahre...
Zu Weihnachten baute mein Vater immer unsere
Trix Express
H0-Anlage auf. Ich kann mich noch gut an die Hohlprofilschienen mit
den Pappschwellen erinnern. Als Zugpferde kamen damals die 01, einer 24er und eine E 94 zum Einsatz.
Außerdem gab es einen zweiteiligen Elektro-Triebwagen, den wir als
Kinder immer nur den "roten" Triebwagen nannten. Ob dieser überhaupt
von Trix war, ist mir nicht bekannt. Erst in der Neuheiten-Vorstellung der
Spielwarenmesse 2004 im Eisenbahn Kurier 03/2004 entdeckte ich den Fahrzeugtyp: Es handelte sich dabei um den niederländischen "Hundekopf"-Triebwagen. Er erhielt später einen im Aussehen nicht passenden Mittelwagen - vermutlich den eines VT 08.
Meine ersten eigenen H0-Fahrzeuge waren (1967) die V 100 und ein Jahr später die DB 112 mit drei "langen" TEE-Wagen. Dabei durfte natürlich der Aussichtswagen nicht fehlen, den ich als Vier- oder Fünfjähriger ebenfalls für eine Lokomotive hielt :-))
Zu dieser Zeit (1967 oder 1968) habe ich im Trix-Katalog auch erstmals etwas über die Spur N erfahren:
Minitrix electric.
Eine echte Spur-N-Anlage
(ARNOLD rapido - so hieß es damals) sah ich zum ersten Mal Schaufenster des Spielzeug-Paradieses in Trier. Dort erhielt ich auch meinen ersten ARNOLD-Katalog (1968/69).
Unser "Standard"-Händler (Schulte, in der Simeonstraße in Trier) hatte aber leider nur Trix im Angebot. So kam es, dass ich 1969 meine erste
N-Anlage von Minitrix bekam:
Das war natürlich die preußische Scheibenrad-T3 mit drei bayrischen Plattform-Zweiachsern. Aufgebaut wurde der Schienenkreis dann inmitten der H0-Anlage.
Eine V 60 als BR 260 kam 1970 hinzu; 1971 war es eine FP9 der Union Pacific, von der ich durch den Trix-Katalog und auch als Santa-Fe-Version durch den Arnold-Katalog äußerst fasziniert war. Von ihr, wie auch der T3 und der V 60, fehlt allerdings heute jede Spur. Die T3 und die V60 wurden irgendwann "interessehalber" zerlegt: Aber wie wieder zusammenbauen...?
Mein ältestes, noch erhaltenes Fahrzeug ist der Minitrix
Schienenbus, den ich 1972 anläßlich meiner Kommunion als ÖBB-Modell bekam, denn das DB-Fahrzeug hatte der Händler gerade nicht. Mittlerweile habe ich daraus mit Nachkauf diverser Teile einen DB-VT 98 gemacht, der nun samt Steuer- und Beiwagen mehr schlecht als recht fährt.
Die ersten Arnold-rapido-Fahrzeuge gab es zu Weihnachten 1972.
Dabei handelte es sich um die V 160 029
(für 49,90 DM! = 25,51 EUR) und vier der ersten unverkürzten D-Zug-Wagen in N (26,4m bzw. 165mm), die damals 9,95 DM (= 5,08 EUR) kosteten.
Diese Fahrzeuge existieren zwar noch heute und von der V 160 habe ich nach mehreren anderen Gehäusen nun endlich wieder das Original erstanden, d.h. die V 160 029. Die Wagen wurden zu denen einer Privatbahn umlackiert, denn von den Farben war nach einigen Jahren fast nichts mehr zu erkennen. Außerdem verzogen sich bei den frühen Arnold-Schnellzugwagen mit der Zeit Rahmen und Aufbau.
Brawa brachte 2001 als
Eurotrain-Sondermodell
nun endlich wieder eine V 160
in Epoche III (99,70 EUR) - natürlich kein Vergleich mit
dem damaligen Modell von Arnold rapido. Als Neuheit 2002 hatten die Remshaldener die V 160 nochmals in Epoche III herausgebracht - im Doppelpack zusammen mit einer aktuellen DB AG-Maschine.
Auch das "aktuellere" Arnold Modell Baureihe 01 (Museumsmaschine
01 150)
kann man nicht mehr mit meiner ersten Schlepptenderlokomotive dieser Baureihe, gekauft 1973 für 89,50 DM (45,76 EUR), vergleichen. Allerdings hatte das Ende der 1960er Jahre erschienene Arnold-Modell der 01 177 schon eine voll funktionsfähige Heusinger-Steuerung und eingesetzte Bremsbacken. Diese Null-eins wurde zusammen mit den Arnold-Popwagen, die noch immer in ihrer Original-Lackierung vorhanden sind, gekauft.
Gerne hätte ich bereits damals meine Lieblingsdampflok in N gehabt, aber die einfache Arnold-23er sollte es dann doch nicht sein. Lange muss ich bis zum Erscheinen des hervorragend detaillierten Fleischmann-piccolo-Modells der letztgebauten DB-Dampflok 23 105 warten. Die 23er ist für mich übrigens eines der Beispiele für den unaufhaltsamen Niedergang des Unternehmens Arnold: Man hatte sie jahrelang in der Uralt-Version im Programm, anstatt sie endlich einmal neu aufzulegen. Bis dann mit Erscheinen des piccolo-Modells der Zug abgefahren war! Was möglich gewesen wäre, ist nicht nur an der 01 zu erkennen...
Auch die (für Arnold zu späte) Neukonstruktion der
E 03 (Vorserie) ist ein Beweis
für die nicht genutzten Möglichkeiten.
Für mich ganz besondere Fahrzeuge sind die
10 001 von Arnold, wenn
auch mit Detailfehlern, und der Münchener ET 420 aus gleichem Hause, bei dem die 1.Klasse-Beschriftung auf dem 421 auf beiden Seiten jeweils links aufgedruckt ist ("Fehldruck").
Roco's
V 200 035 macht zusammen
mit den Epoche-III-Touropa-Wagen des gleichen Herstellers eine sehr gute Figur,
wie auch der VT 11.5, obwohl er nicht immer so gut fährt, wie er soll.
Von den Personenwagen sind besonders die ingesamt vierzehn Roco-Schürzenwagen der DB (Epoche IV) und die sieben ursprünglichen Silberlinge von Fleischmann hervorzuheben. In diesem Zusammenhang muss man natürlich die 2002 neu erschienenen Epoche-III-Silberlinge von Minitrix erwähnen, die mit vier Wagen bei mir den passenden Zug zusammen mit der V 160 bilden.
Wie Fleischmann's Silberlinge sind übrigens auch Arnold's komplett vorhandene Popwagen auf Börsen vielfach nachgefragte Modelle.
Zum Abschluß dieses kleinen "historischen" Rückblicks möchte ich noch die Gründe nennen, die mich bereits Anfang der 70er Jahre dazu bewegt haben, bei der Baugröße N (gegenüber H0) zu bleiben:
Nach der ersten, mit meinem Bruder zusammen gebauten, ca. 4 qm großen Anlage mit Minitrix-Gleisen entschied ich mich sehr schnell für die Verwendung von Arnold-Gleisen, denn hier gab es schon damals Weichen mit Unterflurantrieb.
Außerdem sah ich in dem abgerundeten Profil den Vorteil, dass die Gleise sich durch fahrende Züge von selbst reinigen. Es zeigte sich aber, dass diese Gleise auch einiger Pflege bedurften. Holzbraune Schwellen und schwarze Gleisstränge lassen die Arnold-Gleise jedoch zunächst besser aussehen. (Mit Farbe bin ich erst Anfang der 80er Jahre an die Schienen gegangen.) Arnold hatte zudem gegenüber Minitrix den weiteren Vorteil der wesentlich stabileren Gleisverbinder.
Die erste, komplett selbst gebaute, Anlage war dann 12 qm groß. Es konnten aber nur drei Züge gleichzeitg fahren. Damals war es für mich verpönt, einen vorgegebenen Gleisplan zu Rate zu ziehen. Ein Fehler, denn gerade im Bahnhofsbereich hört bei nicht vorbildgechter
Gleisplanung der Spielspaß sehr schnell auf. Jedoch muss man dabei auch bedenken, dass zu jener Zeit der schmale Geldbeutel eines Schülers den Kauf von Weichen erheblich erschwerte.
Diese Anlage stand ungefähr fünf Jahre, eine nächste ähnliche, in gleicher Größe (und mit den gleichen Fehlern) brachte es bis 1984 auf ca. drei Jahre.
Bei dieser Anlage verhalf jedoch Farbe den Gleisen zu einem besseren Aussehen. Als Oberleitung kam Arnold's Gummifaden zum Einsatz. Dabei bildete ich auch mühsam das Trageseil mitsamt den Querstreben nach.
Alle bis hierher beschriebenen Anlagen hatten das ursprüngliche Gerüst der ersten Familien-eigenen H0-Anlagen: Holzböcke und Preßspanplatten.
Ab 1984 war für viele Jahre Ende mit dem aktiven Modellbahner-Dasein:
Der Kauf einer höherwertigen Stereoanlage reduzierte meine Finanzmittel erheblich. Erst ab Mitte 1996 war wieder genug Platz vorhanden, um mich nicht nur auf das Sammeln von Fahrzeugen konzentrieren zu müssen.
Als grundlegender Plan wurde die Anlage
"Das eigene Modellbahn-Zimmer: Modellbahn pur"
aus AMP Band 1,
8.Auflage, Seite 82ff., verwirklicht.
Hinzu kam noch eine zweigleisige Paradestrecke am Anlagenrand.
Diese Paradestrecke wurde im sichtbaren Bereich mit Minitrix-Gleisen gebaut; im Schattenbahnhof wurden die reichlich vorhandenen Arnold-Gleise verwendet. Hier kam es aufgrund der farblichen Nachbehandlung auf der vorherigen Anlage aber zu erheblichen Kontaktschwierigkeiten.
Der größte Teil der Nebenstrecke (eigentlich das Hauptthema) sollte mit Peco-Gleisen (Code 55 Finescale) gebaut werden, die auch schon in einem nicht geringen Umfang gekauft wurden.
Ein weiterer Ausbau wurde jedoch durch die Errichtung eines Hauses im Maßstab 1:1 verhindert - wobei in diesem Haus erheblich mehr Platz für eine komplett neue Modellbahnanlage vorhanden ist.
Der Unterbau der oben beschriebenen Anlage konnte ohne viel Platzaufwand erstellt werden: Er entstand nach der Leistenkasten-Methode (siehe AMP Band 3, Kapitel 7,
5. Auflage, Seite 49ff.). Die verwendeten Holzleisten (beim Kauf auf möglichst gerade Leisten achten!) hatten einen Querschnitt von 12 x 27 mm; hieraus entstanden Rahmen einer Größe von ca. 32 x 13 cm, d.h. zum Durchgreifen wurde eine Höhe von 8 cm vorgesehen.
Die Rahmen wurden wiederum zu Quadraten zusammengeleimt. Fünf einzelne Elemente aus mehreren solcher Quadrate ergaben dann eine U-Form, wobei jeweils zwei Elemente einen Anlagenschenkel bildeten. Zusammen mit Tragebrettern und Holzfüßen (5 x 5 cm) wog ein solcher Anlagenschenkel (ohne Modellbahn) nur 14 kg.
Als schwierig gestaltete sich allerdings der Einbau von Gleiswendeln (Sperrholztrassen) in die vorgegebene Rahmenkonstruktion. Dazu musste wieder einiges des vorher mühsam zusammengeleimten Holzes ausgesägt werden.
Für den Fahrweg verwendete ich hauptsächlich sehr einfache und preiswerte
Minitrix-ähnliche Flexgleise von
Menzels Lokschuppen
in Düsseldorf. Zwischen den Flexgleisen kamen
Roco-Schienen zum Einsatz,
um wenigstens einige Fixpunkte zu haben. Diese waren auch nötig,
da die Gleise nur in eine
Mössmer-Schaumstoffbettung
auf 4 mm Kork geklebt wurden. Die Windungen entsprachen
den Minitrix-/Roco-Radien 3 und 4.
Im Bereich des Schattenbahnhofes kam ebenfalls Kork zum Einsatz.
Die sichtbaren Gleise hatten als Unterbau zunächst Moosgummi und als Bettung Kork-Gleiskörper. Als Kleber wurde dabei der Modellbau-Haftkleber Nr. 7598
von Busch verwendet (siehe hierzu auch AMP Band 9:
"Gleise - Weichen - Oberleitung", 2.Auflage, Kapitel 5: Das Gleisbett
im Modell, Seite 60 ff.).
Ebenfalls von Busch gibt es die sehr einfach zu verlegende Gleisbettung Nr. 7505, die am besten an eine Stecknadeln fixierte Gleismitte angelegt und dann beschwert wird. Zum Kleben des Schotters verwendete ich ein Wasser-Leim-Gemisch auf Basis des Latex-Klebers Nr. 3342 von Heki.
Im November 2002 habe ich mit der Planung der nächsten Anlage begonnen. Immerhin kann diese im neuen Haus ca. 18 qm groß werden. Sie wird im sichtbaren Bereich komplett mit Peco-Gleisen ausgestattet.
Die ersten Entwürfe werden - wie nicht anders zu erwarten - am PC mit Raily for Windows in der Version 4.0 erstellt.
Signale gibt es - vor allem aufgrund des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses - auch weiterhin von Viessmann; zum Teil auch als noch preiswertere Bausätze, so wie sie beim Elektronik-Versand Conrad angeboten werden.
Umbauten beschränken sich hauptsächlich auf den Einbau der Fleischmann-Profi-Kupplung in mittlerweile fast alle Fahrzeuge.
Den Einbau der früher erhältlichen
Roco-Kurzkupplung hatte ich bereits kurz nach ersten Erfahrungen mit der Fleischmann-KK ad acta gelegt, denn die Roco-Kupplung war nicht als sehr stabil zu bezeichnen. Dies hatte Roco sehr schnell selbst erkannt und den Artikel aus dem Programm genommen.
Die Fleischmann-Kupplung ist zudem betriebssicherer als die Standardkupplung und oftmals ist der Einbau einer Kupplung mit kurzer Halterung möglich, sofern man erst ab Radius 3 baut.
Im allgemeinen geht der Einbau sehr einfach von statten, lediglich bei einigen Minitrix-Fahrzeugen ist es schwierig, die vorhandenen Kupplungen zu entfernen, da die Kupplungshalterung nicht zu öffnen ist, z.B. bei der Bügelfalten-E10.
An dieser Stelle gilt zumindest den Fleischmann-Konkurrenten
Arnold, Trix und Roco ein großes Lob dafür, dass man auch in die eigenen Fahrzeuge Kupplungsaufnahmen für die Fleischmann-Profi-Kupplung einbaut.
Näheres zum Umbau auf Fleischmann-Profi-Kupplungen findet man ebenfalls auf diesen Seiten unter Tipps&Tricks.
Dem VT 11.5 von Roco habe ich besseres Leuchten beigebracht, indem ich zusätzliche Kabel eingelötet habe und einige ältere Arnold-D-Zug-Wagen fahren mit nachlackierter Inneneinrichtung.
Technische Änderungen gab es bisher eigentlich nur an der BR 85 von Minitrix, die ihre miserablen Fahreigenschaften in Vorwärtsfahrt gegen einen
Faulhaber-Motor eintauschen sollte, aber viel hat sich dadurch leider nicht getan. Also: Weiter im Rückwärtsgang!
Auch die BR 93.5 in DRG-Ausführung von Arnold wartet auf den Einbau des bereits vorhandenen Faulhaber-Motors
(SB-Modellbau), nachdem der Originalmotor keine Spulenwicklungen mehr erkennen lies.
erstellt von Georg Blees am 01.08.2001; letzte Änderung von Georg Blees am 14.02.2008